Der Regen donnert unablässig auf alles herunter, was unten ist.
Blitze zucken ruckartig durch die Dunkelheit.
Die Natur liefert ab.
Die Bedienung nicht.
Das werde ich ihr heimzahlen.
Vorausgesetzt sie sollte es heute noch schaffen die unüberwindbare Kluft zwischen meinem Tisch und dem Platz an dem sie lasziv an ihrer Kippe zieht, mit Vorwärtsbewegungen ihrer unglaublich schlanken muskulösen Schenkel zu überwinden. Vielleicht ist sie dazu motorisch einfach nicht fähig. Vielleicht hat sie aber auch das Konzept des Bedienens irgendwie nicht verstanden. Oder sie fühlt sich in ihrer empfindsamen Subjektwelt durch die Anwesenheit anderer Subjekte, die irgendwas von ihr zu wollen scheinen schlicht und ergreifend beeinträchtigt.
Vielleicht belastet sie dieses permanente Winken und rufen an den Rändern ihres Wahrnehmungshorizontes.
Gedankenverloren fährt sie mit der Spitze des linken Schuhs ihre nackte rechte Wade nach oben.
Langsam ganz langsam nähert die Schuhspitze sich der Kniekehle.
Ein helle Linie markiert die zurückgelegte Strecke auf der bronzenen Wade.
Mir wird heiß.
Ich atme.
Plötzlich blicke ich direkt in zwei rehbraunen Augen.
Sie steht ganz dicht vor mir und hat Sommersprossen, die tanzen während ihr schöner Mund Worte formt.
Ich verharre einen kurzen Moment, einem erkalteten Reptil gleich, verabschiede mich dann abrupt, murmele etwas von Anrufen und Terminen, verlasse das Café.
Ich stehe im Regen, der emotionslos auf mich herniederprasselt.
Hektisch blicke ich die Straße auf und ab, suche nach einer Bäckerei oder ähnlichem.
Ein leuchtendes Croissant verheisst Frieden - ich sprenge davon.
Leise vernehme ich Rufen hinter mir.
Am Rande meines Blickfeldes erspähe ich die rennende Bedienung mit einer Zeitung über dem Kopf. Ihre Schenkel dienen also doch zur Fortbewegung!
Sie hält mir meine Tasche hin. Wortlos starre ich auf ihre von Tropfen benetzten Beine.
Während sie zurückrennen, halte ich die Tasche eng an mich gedrückt.
Mein Gott. Kann man den nirgendwo einen entkoffeinierten Latte Macchiato mit Sojamilch trinken ohne aufs Härteste belästigt zu werden? Wo sind all die unattraktiven, molligen Bedienungen hin, die einem schon durch ihren Geruch ein Gefühl von Heimat und Frieden vermittelten? Ich will doch nur BEDIENT werden! BEDIENT! Nicht herabgewürdigt, stimuliert und verwirrt!
Ich werde zu Filterkaffee zurückkehren. Gutem alten Filterkaffee in einer vernünftigen türkischen Bäckerei. Kein Schnick, kein Schnack, Selbstbedienung und fertig. Ein Rühreibrötchen dazu und los. Diese Laktoseintoleranz hat mich zum Opfer gemacht!
Sojalatte.
Das sagt doch eigentlich schon alles: Sojalatte.
Ich wünschte, ich hätte Probleme.
Mittwoch, 8. Juni 2011
Montag, 4. April 2011
Im Auge des Argwohns
klumpt die Zunge sich asselhaft
zum Kehlkorken
trocken und hart
im Nacken mich drücket
der Blick
unrechten Verdachtes feiste Frucht
blickverdichtend wirkt immer die Flucht
genau darum stehe ich -
Stein
erhitzt verklebt und unbewegt
entgegen
denn
Ich habe nicht!
Ich war nicht!
Ich bin nicht!
im Auge des Argwohns jedoch
reicht nicht
nicht
zum Kehlkorken
trocken und hart
im Nacken mich drücket
der Blick
unrechten Verdachtes feiste Frucht
blickverdichtend wirkt immer die Flucht
genau darum stehe ich -
Stein
erhitzt verklebt und unbewegt
entgegen
denn
Ich habe nicht!
Ich war nicht!
Ich bin nicht!
im Auge des Argwohns jedoch
reicht nicht
nicht
Freitag, 3. Dezember 2010
i will have you here and naked
before you know
how you got
here
i'm not a magician
i'm not even smart
i know
all
the things
that i am not
nevertheless
i'll have you here
and naked
before even you
know how
it's not because i am so special
it's not because i am so hot
it's because of all the things
you know
that i am not
how you got
here
i'm not a magician
i'm not even smart
i know
all
the things
that i am not
nevertheless
i'll have you here
and naked
before even you
know how
it's not because i am so special
it's not because i am so hot
it's because of all the things
you know
that i am not
Samstag, 9. Januar 2010
Ich mag dich
Anne ich mag dich.
Aber was soll ich machen.
Ich habe eine Frau.
Mmh. Ich denke nach.
Er mag mich also.
Das wundert mich nicht.
Aber was soll das heißen:
Er mag mich, aber er hat eine Frau.
Mögen.
Daß er eine Frau hat wusste ich schon.
Daß er mich mag, ist mir neu.
Wir kennen uns nun schon seit sechs Jahren.
Mehr oder weniger.
Ich mochte ihn schon immer.
Ich:
Ich weiss, dass Du eine Frau hast.
Er:
Ich hätte mehr aus meinem Leben machen sollen.
Ich:
Was ist mehr? Mehr Geld? Mehr Liebe?
Reisen? Burger?
Er:
Burger?
Ich:
Ich würde gerne mehr Burger essen.
Er:
Anne.
Ich:
Ralf.
Er:
Lass uns weiter arbeiten.
Auch ich hätte mehr aus meinem Leben machen können.
Hab ich aber nicht.
Aber was soll ich machen.
Ich habe eine Frau.
Mmh. Ich denke nach.
Er mag mich also.
Das wundert mich nicht.
Aber was soll das heißen:
Er mag mich, aber er hat eine Frau.
Mögen.
Daß er eine Frau hat wusste ich schon.
Daß er mich mag, ist mir neu.
Wir kennen uns nun schon seit sechs Jahren.
Mehr oder weniger.
Ich mochte ihn schon immer.
Ich:
Ich weiss, dass Du eine Frau hast.
Er:
Ich hätte mehr aus meinem Leben machen sollen.
Ich:
Was ist mehr? Mehr Geld? Mehr Liebe?
Reisen? Burger?
Er:
Burger?
Ich:
Ich würde gerne mehr Burger essen.
Er:
Anne.
Ich:
Ralf.
Er:
Lass uns weiter arbeiten.
Auch ich hätte mehr aus meinem Leben machen können.
Hab ich aber nicht.
Samstag, 15. August 2009
what if
what if i were air
nothing to speak about
what if i were sunlight
falling dimly onto cars rooftops
what if i were pure velocity
that makes your hair fly around your head
what if i were a scent of sea
humid and foggy touching your face
what if i were a drop of sweat
running down your belly during loves embrace
what if i were the sound of moving leaves
green amongst birds
what if i were people
running across the street whilst the traffic lights are green
pushing against your arms
what if i were the brownest eyes you´ve ever seen
looking at you through long dense lashes
what if i were a thought
crossing your mind during lunchbreak
while chewing on your bread
what if i were a loose shoe lace
that you´re playing with
waiting for you best friend
what if i were the new wallpaper
in your living room all yellow and red
would you smile at me?
nothing to speak about
what if i were sunlight
falling dimly onto cars rooftops
what if i were pure velocity
that makes your hair fly around your head
what if i were a scent of sea
humid and foggy touching your face
what if i were a drop of sweat
running down your belly during loves embrace
what if i were the sound of moving leaves
green amongst birds
what if i were people
running across the street whilst the traffic lights are green
pushing against your arms
what if i were the brownest eyes you´ve ever seen
looking at you through long dense lashes
what if i were a thought
crossing your mind during lunchbreak
while chewing on your bread
what if i were a loose shoe lace
that you´re playing with
waiting for you best friend
what if i were the new wallpaper
in your living room all yellow and red
would you smile at me?
Dienstag, 14. April 2009
Five minutes
What if all you had were five minutes.
Five minutes to live this live,
five minutes to end this live.
What would you do.
When he started sucking at my lower lip
it took me right up into the air
high above everything.
His kiss was completely unexpected in its perfection.
Call it luck.
The club music was ringing in my ear.
His kiss became more passionate with every bassbeat
vibrating in our chests.
I watched the moving line of his neck light by red spots
from the perpetually dancing lights.
Stay sweet moment.
-
Five minutes.
Then the toilet door opened and we both looked into a questioning face.
-
Magic is fragile.
The feeling of flying lasted another 24 hours
until reality kicked in again.
In short:
I'm 36 years old and yesterday i got lost
in the funny ways of a twenty year old italian
who cast his spell on me in a wasted club toilet.
What can i say.
Hopefully those five minutes here and there in my life
will add up to one hour and a half one day.
If they won´t - who cares my friend, who cares.
Five minutes to live this live,
five minutes to end this live.
What would you do.
When he started sucking at my lower lip
it took me right up into the air
high above everything.
His kiss was completely unexpected in its perfection.
Call it luck.
The club music was ringing in my ear.
His kiss became more passionate with every bassbeat
vibrating in our chests.
I watched the moving line of his neck light by red spots
from the perpetually dancing lights.
Stay sweet moment.
-
Five minutes.
Then the toilet door opened and we both looked into a questioning face.
-
Magic is fragile.
The feeling of flying lasted another 24 hours
until reality kicked in again.
In short:
I'm 36 years old and yesterday i got lost
in the funny ways of a twenty year old italian
who cast his spell on me in a wasted club toilet.
What can i say.
Hopefully those five minutes here and there in my life
will add up to one hour and a half one day.
If they won´t - who cares my friend, who cares.
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